5G: Mobilfunkstandard der Zukunft

Im aktuellen SmartChecker Ratgeber geht es um den Standard für das Highspeed-Internet von morgen.

Während man vor einigen Jahren häufig noch gänzlich ohne mobiles Internet auf dem Handy auskam, sind Smartphones ohne Breitbandzugang heute unvorstellbar. Dabei machte das "Internet für unterwegs" eine große Entwicklung durch, bei der die Übertragungsgeschwindigkeiten stetig stiegen – und noch lange nicht am Maximum angelangt sind.

5G

Von UMTS zu LTE

Seit etwa anderthalb Jahrzehnten existiert das mobile Internet für den zivilen Verbraucher. Angefangen mit GPRS (max. 53,6 Kbit/s), über EDGE (max. 217,6 Kbit/s) und UMTS (max. 42,2 Mbit/s) wurden die möglichen Datenraten dank voranschreitender Technik und Infrastruktur durchgehend optimiert und weiterentwickelt. Mit 4G LTE (max. 300 Mbit/s) gelang es dann, sich via mobiler Übertragungstechnik auch über die gängigen Geschwindigkeiten von stationären Verbindungen wie DSL oder Kabel hinwegzusetzen. Mehr Informationen zu der Geschichte der Übertragungsstandards sind hier zu finden. Seitdem LTE 2010 das erste Mal in Deutschland flächendeckend in Betrieb genommen wurde, hat der Übertragungsstandard mit 4,5G oder LTE Advanced (Pro) bereits die erste Entwicklungsstufe erhalten. Aktuell werden somit Mobilfunktarife mit einer Downloadrate von bis zu 375 Mbit/s vertrieben.

In Zukunft noch schneller unterwegs

Doch mit diesen rasanten Geschwindigkeiten ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Bereits seit einigen Jahren beschäftigen sich Experten mit der kommenden Generation von Übertragungsstandards. Mit 5G sollen noch einmal deutlich schnellere Surfgeschwindigkeiten als mit der bisherigen LTE-Technik möglich sein. Dabei wurde die LTE-Technologie hinsichtlich maximaler Datenraten für den Verbraucher noch gar nicht vollständig ausgereizt. Denn während aktuell Tarife mit z.B. 225 Mbit/s (o2/E-Plus), 300 Mbit/s (Telekom) oder 375 Mbit/s (Vodafone) vertrieben werden, sind mit der neuesten Entwicklungsstufe LTE Advanced Pro bereits Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich möglich. Allerdings befinden sich diese Übertragungsmöglichkeiten noch in Testphasen. Des Weiteren werden die Mobilfunkbetreiber auch von der Hardware ausgebremst. Die wenigsten der aktuell gängigen Smartphones unterstützen eine höhere Surfgeschwindigkeit als 300 Mbit/s. Eine entsprechend schnellere Technik könnte von der Kundschaft zum derzeitigen Zeitpunkt kaum genutzt werden. LTE Advanced Pro soll bis 2018 den Weg zum Massenmarkt finden, mit 5G wird dann 2020 gerechnet. Dass zwischen 4G und 5G ein schleichender Entwicklungsprozess herrscht, zeigen auch die immer wieder neu aufgestellten Datenrekorde. In Experimenten werden nämlich regelmäßig neue Übertragungsrekorde geknackt. Nachdem die Telekom im September in Berlin in Kooperation mit Huawei 1,22 GBit/s via LTE Advanced Pro erreichen konnte, stellte das Tochterunternehmen Telekom Austria diesen Rekord kurz darauf ein: Wieder in gemeinsamer Sache mit Huawei, konnte ein Speedrekord von 2 GBit/s aufgestellt werden.

5G für das Internet Of Things.

Der kommende Übertragungsstandard, der mit Datenraten von 25 GBit/s erwartet wird, soll auch für das Internet Of Things eine große Bedeutung erhalten. Damit sind vernetzte Nutzgegenstände wie z.B. Smartwatches, intelligente Haushaltsgeräte oder Autos gemeint. Bereits jetzt erfreuen sich Technologien wie Smart Homes oder Autos mit selbstfahrenden Fähigkeiten immer größerer Beliebtheit. Doch oftmals stehen dem Entwicklungsfortschritt für "Machine-to-Machine-Kommunikation" zu hohe Latenzzeiten und eine zu niedrige Netzkapazität im Weg. Mit 5G sollen Latenzzeiten von 1ms möglich sein. Damit wäre die systematische Steuerung von ganzen Fahrzeugflotten via mobilem Internet möglich. Bei diesem Beispiel müssen Informationen innerhalb von kürzester Zeit zwischen unterschiedlichen Teilnehmern ausgetauscht werden können – 5G soll es möglich machen. Auch Augmented Reality soll mit 5G weiterentwickelt werden. Während Apps wie Pokémon Go bereits zeigten, was mit aktuellen Übertragungsstandards möglich ist, wird die kommende Technik auch hier die Grundlage für neue Maßstäbe setzen.